Film News: P.T. Anderson macht Joaquin Phoenix zum Pseudo-Scientologen im The Master Trailer

Lange haben wir nichts Neues von Joaquin Phoenix gehört. Seine Mockumentary I’m Still Here war eine Abrechnung mit dem Hollywood und der Musikindustrie der letzten Jahre und ein ambitioniertes Projekt. Das ihm nicht unbedingt neue Angebote ins Haus brachte. Mit dem P.T. Anderson – Film The Master meldet er sich zurück und wirkt fast so mental außer sich wie in den zwei Jahren der Vorbereitung für I’m Still Here. Schaut es euch im Trailer an.

Vor seinem „Experiment“ konnte Joaquin Phoenix wohl als einer der talentiertesten Schauspieler der letzten Jahre angesehen werden. Seinen Durchbruch schaffte er 2000 mit Filmen wie Gladiator oder The Yards – Im Hinterhof der Macht. Konstant hagelte es Nominierungen, zum Beispiel für Rollen in Hotel Ruanda (2004) und nicht zuletzt Walk the Line, dem Film, der ihm wohl den meisten Ruhm einbrachte. Als Johnny Cash spielte er sich nicht nur in die Herzen der Zuschauer, er brachte auch eine erstaunlich brauchbare Sangesstimme zum Vorschein. Aber seine Strähne flaute ab und das mit gutem Grund. Immer mehr zog sich der Darsteller mit der latenten Impulsivität und Verletzlichkeit in eine Welt aus Drogen und Hip Hop zurück. Für zwei Jahre verwahrloste er vollends, nur um 2010 mit dem gemischt aufgenommenen Film I’m Still Here zu beweisen, dass alles nur eine Finte war. Es wurde still. Jetzt könnte er sich in The Master von Paul Thomas Anderson (Boogie Nights, Magnolia) mit einem Bombenschlag zurückmelden.

Inhalt: In The Master geht es um eine Scientology-artige Sekte, die vom L. Ron. Hubbard-Verschnitt Lancaster Dodd (Philip Seymour Hoffman) gegründet wurde. Ein schizophrener junger Mann namens Freddie Sutton (Joaquin Phoenix) gerät in die Fänge dieser Sekte und steigt bis in die obersten Reihen auf, bis er schließlich zur rechten Hand des Führers wird. Problematisch wird das nur, als er plötzlich die Ideale und Methoden der Sekte in Frage stellt. Ärger ist die Folge.

Was für Ärger das ist, sehen wir schon im Trailer zu The Master. Denn dieser Trailer ist genauso dement wie sein Hauptdarsteller. In positivem Sinne. Wir fühlen uns so hilflos, wie Joaquin Phoenix‘ Rolle selbst. Phoenix liefert eine Darbietung ab, die so unangenehm ist, wie ein grauenhaft schiefgelaufene Party, an die wir uns dank eines Filmrisses nicht erinnern können. Merkwürdige und kaum zusammenhängende Bilder werden uns kommentarlos gezeigt, garniert mit einem nervösen Trommel- und Bassbeat. Und viel mehr braucht der Trailer auch nicht, um die grundlegende Athmosphäre offenzulegen. Keine Spoiler, sondern ausschließlich die Leistung eines lange nicht gesehenen Method Actors überzeugt. Nicht zu sehen war leider Philip Seymour Hoffman (Capote), der mit seiner Charakterstärke wohl ebenso einen guten Teil des Films an sich reißen wird. Allein er ist schon Grund genug für einen Kinobesuch, wird aber auch noch von Amy Adams (als seine Frau) und Laura Dern (bekannt aus Blue Velvet, Jurassic Park) unterstützt.

Das alles kommt aber dennoch sehr verkopft herüber und könnte negative Auswirkungen auf den Kassenerfolg haben. Dem entgegenwirken wird aber der Stoff selbst, immerhin eine Anspielung auf die Scientology-Kirche, die nicht unbedingt zimperlich auf „Beleidigungen“ reagiert. Genug Presse wird es geben. Das bewies schon allein die Tatsache, dass Paul Thomas Anderson seinem Magnolia-Star Tom Cruise, bekanntermaßen Scientologe, ein mehr oder weniger positiv aufgenommenes Privatscreening gegeben haben. John Travolta wird ebenfalls eins bekommen (moviepilot). Egal, solange der Film überhaupt rauskommt. Wenn wir io9 glauben dürfen, bietet das Skript nämlich detaillierte Einblicke in Mechaniken des Sektenalltags und ist an sich schon lohnenswerte Lekrüre.

Kinostart für die U.S.A ist der 12. Oktober. Für Deutschland gibt es noch keinen Termin, aber die Niederlande sind mit ihrem Starttermin am 6. Dezember ja nicht besonders weit weg.

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